Erlaube dir darüber zu schreiben, worüber deine Seele schreiben möchte- über authentisches Schreiben

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Dieses Jahr habe ich viel gelernt über Beziehungen, nicht theoretisch, sondern mitten in einer Beziehungskrise. Aus dieser Situation heraus und im Rahmen meines Wortfeuerwerkes habe ich einige Texte über Beziehungen und Liebeskummer geschrieben.

Während des Schreibens ist mir etwas Komisches aufgefallen. Eine Stimme in mir sagt: Jetzt willst du schon wieder über Beziehungen und Männer schreiben. Es gibt so viel Wichtigeres. Schreibe endlich über deine anderen Themen wie Art Journaling. Die Stimme maskiert sich gerne als feministische Künstlerin.

Aber ich lebe bereits 40 Jahre in meiner Psyche und bin nicht, wie mein Vater gesagt hätte, „auf der Wurstsuppe her geschwommen.“

Die Stimme, die da in mir spricht, ist mein innerer Kritiker. Sie ist die Stimme, die versucht jeglichen Versuch von gelebter, wilder Kreativität und authentischer Wahrheit im Keim zu ersticken.

Weil ich das nicht sofort reflektiert hatte, habe ich unterbewusst versucht, mir zu verbieten, ausführlich über Beziehungen zu schreiben. Ich dachte: Ja, ist ja gut, Eva, du schreibst noch diesen Text über Beziehungen, DANN fängst du über die wirklich wichtigen Themen zu schreiben.

Aber zum Glück bin ich meinem inneren Kritiker auf die Schliche gekommen. Das war keine Stimme, die mir helfen wollte, einen besonders tollen Blog zu entwickeln. Der innere Kritiker versucht mich einzuschränken und mich davon abzuhalten, darüber zu schreiben, worüber ich schreiben will.

Den letzten Erkenntnis-Schubser hatte ich, als ich auf einem Ausflug nach Leipzig einem wunderbaren Menschen erzählt habe, dass ich mich dafür verurteile, dass ich über Beziehungen, Liebeskummer und Liebe schreibe. Der wunderbare Mensch sagte etwas in der Richtung von: „Beziehungen und Liebe sind super wichtig, weil sie die Normen der ganzen Gesellschaft widerspiegeln. Beziehungen sind politisch.“ Whoa, mindblown, und auch: Oh eigentlich weiß ich das auch, ich hatte das nur verdrängt, äh vergessen. 🤣

Ich will mich nicht einschränken lassen. Ich will frei meine Schreibstimme entwickeln. Ich will frei den Themen folgen, die aus mir heraus geboren werden wollen. Ich will mich selbst und mein Denk- und Fühluniversum entdecken. Ich lasse nicht zu, dass mein Verstand und der innere Kritiker mich einschränken. Ich will noch tiefer gehen und tiefer bis auf den tiefsten Boden meines Interesse-Meeres, wenn es mich dort hinzieht.

Wenn du einen Impuls hast, über etwas zu schreiben, folge deinem Impuls und schreibe es. Wenn ein Thema in dir aufploppt, worüber du noch nie geschrieben hast, schreibe darüber. Vielleicht will dein Verstand, dass du über andere Themen schreibst. Es ist wichtig, dass du deiner Kreativität und deinen wilden unlogischen Ideen folgst.

Etwas in dir will geboren werden.

Etwas in dir will geschrieben werden.

Es ist wichtig, dass du deinen Worten folgst. Ich bin so gespannt, auf welche wilde Reise dich deine Worte nehmen.

Von EVA BEA

🪩 EVA BEA ist Diplom-Künstlerin (HGB Leipzig, Burg Giebichenstein Halle), Autorin und Herausgeberin von evabea.com - wo sie dich schreibend mit auf ihre Seelenreise nimmt als Dreifachmutter, Frau mit ADHS und suchende, vielbegabte Künstlerin des 21.Jahrhunderts.